Kaninchenhaltung


Kaninchen sind neben Katzen und Hunden die beliebtesten Haustiere im europäischen Raum und werden oftmals zu Unrecht als einfach zu pflegende und genügsame Tiere dargestellt. Kaninchen sind sensible Wesen und besitzen einen angeborenen, instiktiven Fluchtreflex, welcher dazu führt, dass die flauschigen Tiere sehr schreckhaft sind. Mit der Zeit gewöhnen sich Kaninchen an die Stimme und die Bewegungen der Betreungsperson und bauen einen Teil ihrer Furcht ab – trotzdem sind sie keine Kuscheltiere und mögen es in der Regel nicht, wenn sie angefasst und herumgetragen werden. Als soziale Gruppentiere sollten Kaninchen keinesfalls alleine gehalten werden und benötigen mindestens einen arteigenen Partner. Leider gilt gemäss Schweizerischem Tierschutzgesetz die Haltung von Einzeltieren nicht für alle Tiere, welche ein ausgeprägtes Sozialverhalten aufweisen. So ist es immer noch erlaubt, Kaninchen nach Ablauf der achten Lebenswoche ohne andere Artgenossen zu halten, was für uns unverständlich und nicht nachvollziehbar ist. Um Kaninchen artgerecht zu halten, benötigt es neben der Gewährleistung von Sozialkontakten ein angemessenes Gehege mit viel Platz und täglichen Auslauf. Ein Käfig, der im Tierhandel erworben wird, kann niemals die Bedürfnisse der Kaninchen erfüllen und eignet sich als Lebensraum der Tiere nicht. Kaninchen sind äusserst bewegungsfreudige Tiere und müssen rennen, graben und Haken schlagen können. Wird ein Aussengehege zur Verfügung gestellt, sind zudem Vorkehrungen für die Sicherheit der Tiere nötig. Kaninchengruppen weisen eine Rangordnung auf, welche sich im Laufe des Jahres immer wieder verändern kann. Stirbt beispielsweise ein Tier oder wird aus der Gruppe genommen, kann es dazu führen, dass die Ränge von einzelnen oder allen Kaninchen neu ausgefochten werden. Auch die Vergesellschaftung eines neuen Tieres führt zu Rangordnungskämpfen. Durch die vielen Anfragen für die Aufnahme von Kaninchen haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich viele Halter und Halterinnen vor der Anschaffung nicht intensiv mit den Anforderungen an eine artgerechte Haltung auseinandergesetzt haben und mit den auftretenden Herausforderungen überfordert sind. Unsere Kaninchen- und Hasenfamilie zählt bereits viele Tiere – trotzdem haben wir Blacky und Fleckli ein Zuhause bei uns geschenkt und freuen uns, dass die Vergesellschaftung nach kurzen Konflikten geklappt hat. Die Häsin Blacky wurde in Oeschgen aufgefunden und danach zu uns gebracht, worauf wir in der Schweizerischen Tiermeldezentrale und auf Facebook ein Inserat aufgeschaltet haben. Leider verzeichnete der Aufruf keinen Erfolg und die Besitzer der zutraulichen Nagerlady konnten nicht ausfindig gemacht werden. Der knapp einjährige Rammler Fleckli ist in unsere Familie gestossen, weil er sich in seiner ehemaligen Gruppe mit seinen Artgenossen nicht mehr verstanden hatte. Neben diesen beiden Neuzugängen haben zwei Kaninchen, die wir nicht bei uns aufnehmen konnten, mittels unserer Fremdvermittlung ein neues Zuhause gefunden. Für das Wohl der interessanten und flauschigen Nager wünschen wir uns, dass ihr Wesen und ihre Bedürfnisse von den Menschen besser verstanden werden und auch ihnen ein Recht auf ein artgerechtes und glückliches Leben zugesprochen wird!


Liebe Grüsse vom Tierlignadenhof-Team




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