Freibergerfohlen aus dem Jura

Aus aktuellem Anlass möchten wir in diesem Bericht über die vielen Fohlen sprechen, die auch in diesem Jahr wieder auf der Suche nach einem Lebensplatz sind. Besonders in diesem Jahr erreichen uns zahlreiche Anfragen von Drittpersonen, die Inserate gesehen haben, in denen es um die Rettung eines Freibergerfohlens geht. Wird kein Lebensplatz gefunden, kommt das Fohlen in die Metzgerei. Der Termin dafür steht oft bereits fest. Ein trauriges Schicksal, das sich jedoch Jahr für Jahr wiederholt.
Gemäss einem veröffentlichten Bericht zur Entwicklung der Freibergerzucht des Schweizerischen Freibergerverbands aus dem Jahr 2025 werden jährlich rund 800 bis 900 Freibergerfohlen geboren. Der Verband veröffentlicht keine offiziellen Zahlen zu den Schlachtungen. Anhand der von der Identitas AG veröffentlichten Daten geht der Verband jedoch seit 2018 von einer Schlachtquote von 16 bis 20 Prozent aus. Hochgerechnet entspricht dies etwa 160 bis 180 Fohlen pro Jahr, wenn man von einer Quote von 20 Prozent ausgeht. Tierschutzorganisationen gehen teilweise von höheren Zahlen aus.
Wir freuen uns über jedes Fohlen, das einen Lebensplatz findet und ein artgerechtes, glückliches und von Liebe geprägtes Leben führen darf. Dennoch möchten wir auf die Gesamtsituation aufmerksam machen. Auch wenn einzelne Tiere das Glück haben, in den sozialen Medien tausendfach geteilt zu werden und dadurch eine Chance auf Rettung erhalten, stehen sie stellvertretend für beinahe 200 Fohlen, die jedes Jahr still und unbeachtet zur Metzgerei gebracht werden und ihr erstes Lebensjahr nicht erleben.
Hinzu kommt, dass es vielen Züchtern letztlich nicht darauf ankommt, wer den Schlachtpreis bezahlt. Hauptsache, das Tier bringt noch einen finanziellen Ertrag. Dadurch wird das eigentliche Problem nicht gelöst. Stattdessen übernehmen Tierschutzorganisationen die Verantwortung für Tiere, die sie selbst nie in die Welt gesetzt haben.
Auch wenn wir auf dem Tierlignadenhof gerne helfen und einem Fohlen ein Zuhause schenken würden, ist dies derzeit leider nicht möglich. Unsere Herde besteht aus fünf Pferden und zwei Eseln. Cliff und Timon sind bereits 29 beziehungsweise 28 Jahre alt. Meiky ist gehbehindert, und Carinto reagiert auf neue Herdenmitglieder sehr dominant. Wir möchten unseren betagten Tieren die Unruhe und den Stress, die eine Vergesellschaftung mit sich bringen kann, im hohen Alter ersparen.
Manchmal bedeutet Tierschutz deshalb auch, «Nein» zu sagen, um das Wohl der bereits bei uns lebenden Tiere zu schützen. Zudem ist die Anzahl der Tiere auf dem Tierlignadenhof in den vergangenen Monaten nochmals deutlich gestiegen und liegt inzwischen bei über 250 Schützlingen. Deshalb möchten wir uns nun auf die uns anvertrauten Tiere konzentrieren und sie gut und sicher durch die kälteren Monate begleiten, bevor wir über die Aufnahme weiterer Schützlinge nachdenken.
Spenden: Raiffeisenbank Regio Laufenburg,
Zugunsten Stiftung Tierlignadenhof
Konto: CH94 8080 8001 3986 9592 6






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